Style & Design

Börse für 10 Kunstprojekte, gestiftet von der Öffentlichkeit

Ein neuer Weg zur Finanzierung sozialer Kunst

Berichte aus den Medien über künstlerische Bestrebungen, welche sich die Macht der Massen zu Nutze machen, sind immer wieder aufs Neue inspirierend. Doch diesmal besteht der Beitrag des Publikums nicht darin, in einem Wettbewerb den Sieger zu bestimmen. Vielmehr können die Kunden mittels eines Kleinstfinanzierungsmodells, das ungefähr so funktioniert wie eine Börse, in für sie interessante öffentliche Projekte auf künstlerischer Ebene investieren und natürlich daraus Gewinne erzielen.

Trust Art (Der Kunst Vertrauen schenken) ist eine soziale Internetplattform die es sich zum Ziel gesetzt hat, im Laufe des nächsten Jahres 10 öffentliche Kunstwerke in Auftrag zu geben. Bereits auf der diesjährigen TED Konferenz in Palm Springs berichtete das New Yorker Medienunternehmen Fame Theory über das Trust Art-Netzwerk. Und so sieht das Trust Art-Konzept aus: Eine ausgewählte Gruppe von Künstlern wurde eingeladen, eine Darstellung ihres Traumprojektes einzureichen - zusammen mit einer realistischen Einschätzung der Kosten für die Umsetzung ihres Projekts, inklusive Material- und Reisekosten sowie weitere logistische Aufwendungen.

Über die ausführliche Konzeptbeschreibung, Kostenvoranschläge und den aktuellen Status eines jeden Projekts kann man sich auf der Trust Art Website informieren. Dann werden jedem Projekt eine bestimmte Anzahl von Aktien zugeteilt - entsprechend doppelt wird das Zielvorhaben unterstützt - während die Hälfte der Aktien automatisch an den teilnehmenden Künstler übertragen wird. Die restlichen Aktien werden zum Verkauf angeboten, und Verbraucher haben die Möglichkeit, Aktionäre zu werden. Schon mit einer Teilhaberschaft von einem USD erhalten sie Zugang zum Künstler, zum Netzwerk der Aktionäre und zu besonderen Events.

Alle Teilnehmer profitieren

Im Frühling 2010 soll jedes Projekt durch ein eigenes Kunstwerk repräsentiert werden, welches dann in einer öffentlichen Aktion versteigert wird. Ein Teil des Erlöses dient der Finanzierung der Auktion sowie der Rückzahlung an die Aktionäre entsprechend ihrer Eigenbeteiligung. Der Rest wird im Verhältnis 50 zu 50 unter den Künstlern und dem Netzwerk aus Aktionären aufgeteilt. Auch hier ist der Betrag wieder abhängig von der Höhe ihres ursprünglichen Einsatzes.

„Trust Art ist ein radikales Experiment in Sachen Kapitalbeschaffung für soziale Kunst. Ansatzpunkt ist die Aussage, dass soziale Kunst wesentlich leichter an soziales Kapital herankommt (zum Beispiel Netzwerke von Interessenten, die sich gegenseitig austauschen). Auf diese Weise hat soziale Kunst auch bessere Chancen, Zugang zu finanziellen Mitteln zu erhalten (und diese Chancen wachsen gemeinsam mit der Anzahl der Gruppenmitglieder). Trust Art nutzt neu geknüpfte soziale Netzwerke ebenso wie bereits bestehende, um sozialer Kunst einen neuen Wert zu verleihen", so das Statement der Trust Art-Initiatoren.

Langfristig hofft Trust Art auf ein dauerhaftes Bestehen als offene Plattform, auf der jeder Künstler sein Traumprojekt einreichen kann, welches dann von den Massen finanziell unterstützt wird.

Wie sieht es aus? Schauen Sie zu oder mischen Sie mit?

 

Kontakt: www.trustart.org

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