Beehive Co-op - ein kreativer Bienenstock

Das grüne Geschäftslogo ziert ein orangefarbener Bienenstock, englisch "beehive"...

Dieser ist nicht nur der Namensgeber für den Design-Supermarkt, sondern hat gleichzeitig die Funktion, die Geschäftsidee des Beehive Co-op zu versinnbildlichen. Lokal ansässige unabhängige Künstler, Designer und Kunsthandwerker können in einem bestehenden Laden Teilverkaufsflächen anmieten, auf denen ihre Eigenkreationen präsentiert und veräußert werden. Wie Bienen in einem Bienenstock arbeiten viele Einzelne unter einem schützenden Dach in einer Gemeinschaft.

Inhaberin und Gründerin des Beehive Co-op ist die Grafik-Designerin Petra Geiger. Die gebürtige Kanadierin hob gemeinsam mit ihrem Ehemann Todd Relaford im Jahre 2000 Beehive Industries LLC mit einer Serie von originell handgearbeiteter Papierware aus der Taufe. Nach dem Umzug nach Atlanta wurden 2001 Handtaschen und weitere neue Produkte hinzugefügt, die zunächst an den lokalen Marktständen verkauft wurden. Schnell knüpfte Geiger Kontakte zu anderen Künstlern und Designern, die ihre Frustration teilten, keine tragfähige Verkaufsmöglichkeit für ihre Ware zu finden. Aus der Motivation heraus, die Produkte über das begrenzte Angebot der regionalen Hand- und Kunsthandwerksmärkte zu vertreiben, entstand die Geschäftsidee des Beehive Co-op. Das Problem vieler Künstler sei es, keinen Zugang zur Erschließung eines größeren Marktes zu finden und so nur eine begrenzte Nachfrage interessierter Kunden zu erfahren, weiß Geiger, die selbst mittlerweile auf über fünfzehn Jahre Design- und Vertriebserfahrung zurückblickt.

In einer ehemaligen Kunstgalerie in Atlanta eröffnete sie im November 2004 das erste Geschäft, in dem andere Designer und Künstler angemietete Teilflächen für die Ausstellung und den Verkauf ihrer eigenen Kreationen nutzen und so ihren Bekanntheitsgrad erweitern können. Die Auswahl der Verkaufsfläche für seine Produkte bleibt dem Künstler selbst überlassen. Ob es sich bei der angemieteten Fläche um einen Tisch, eine ganze Boutique oder lediglich um ein Regal handelt, kann er unter Berücksichtigung seines persönlichen Budgets selbst entscheiden.

gegenseitige Inspiration - gemeinsam an Erfahrung und Stärke gewinnen

Die Gemeinschaftsidee beinhaltet nicht nur, dass Designer im Prozess der Etablierung im Geschäftsleben unterstützt werden. Sie unterstützen sich gegenseitig und haben die Möglichkeit, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren. Die Mission, so Geiger, ist es, die Kreativität und den unternehmerischen Geist der aufstrebenden Künstler durch dieses Geschäftsmodell zu nähren und gleichzeitig die Gesellschaft durch lokal gefertigte Produkte der talentiertesten Designer ihrer Region zu beleben. Besonders interessant ist für selbständige Künstler, dass sie ihre Ware inmitten eines Angebots anderer Künstler ihres Kalibers feilbieten und eine direkte Rückmeldung erhalten können, ohne ihre Autonomie aufgeben zu müssen. Die zweifache Mutter erprobte die Gemeinschaftsidee, indem sie die eigene Familie in das Konzept involvierte: Im Geschäft in Atlanta verkaufte sie ihre Handtaschen, ihr Vater bot seine selbst gefertigten Möbel an, ihr Mann stellte seine Gemälde aus.

Im Oktober 2008 folgte ein zweites Geschäft in Mount Kisko, New York. Beehive Co-op stellt eine erfrischende Alternative zum Überfluss der kommerziellen Einkaufszentren dar, in denen man ein solches sich dynamisch weiterentwickelndes Gemisch aus Designern und Unikaten vergeblich sucht. Unabhängige Künstler erhalten ein lokales Schaufenster, in dem sie ihre Produkte direkt interessierten Käufern anbieten können. Die Verkaufsflächen werden in Sechs-Monats-Blöcken angemietet. Jeder Beteiligte arbeitet jeweils mindestens fünf Stunden pro Woche im Geschäft. Die Höhe der Miete, die die Verkäufer abzuführen haben, hängt von ihrer Beteiligung am Verkaufsgeschehen im Geschäft ab. Auf die Einnahmen, die die Miete für die Teilfläche übersteigen, entfällt eine Verkaufsprovision in Höhe von 20%.

Eine etablierte Marke

So hat sich Beehive Co-op inzwischen nicht nur zu einer geschützten Marke gemausert, sondern die Idee einer gemeinschaftliche Identität verbreitet. Die Kultur ist geprägt von Aufgeschlossenheit, Kreativität, Eigeninitiative und Kommunikation. Der an jedem Standort individuelle Design-Supermarkt bietet eine Vielzahl von Produkten an: Bekleidung für Männer, Frauen und Kinder, Wohnaccessoires, Schmuck, Dekoration, Bücher und sogar selbstgemachtes Papier - alle Waren sind selbstverständlich handgearbeitete Einzelstücke. Die lokale Gemeinschaft soll durch die Einführung einzelner, von Hand vor Ort geschaffener Waren in einer eleganten, modernen Umgebung einer Boutique, die den Flair eines kleinen Marktes versprüht, bereichert werden. Das durch die Läden erwirtschaftete Geld verbleibt größtenteils in der Gemeinde. So wird ein abwechslungsreiches Wachstum erzielt. Ein Online-Shop mit ausgewählten Designer-Produkten (www.beehiveShop.com) ergänzt das lokale Offline-Angebot.

Petra Geiger wünscht sich, dass der Design-Supermarkt die erste Assoziation für Menschen wird, die etwas Besonderes suchen, das nicht auf "zehn weiteren Webseiten angeboten wird".

Für den deutschsprachigen Markt verspricht das Konzept wertvolle neue Impulse: Die Geschäftsidee ist nicht nur für Designer und Künstler interessant, die ihre Einzelstücke einem breiteren Publikum feilbieten möchten, ohne eine kommerzielle Vermarktung ihrer Ideen und Waren befürchten zu müssen. Für diejenigen, die nicht über das für eine Geschäftsgründung notwendige Know-How und / oder das nötige Kapital verfügen, bietet die Kooperation den nötigen Schutzschirm. Kreative Künstler, Kunsthandwerker und Designer erhalten die Möglichkeit, ihre Werke individuell in einem ästhetischen, ansprechenden Ambiente einer interessierten Käuferschaft anzubieten und sich aktiv im Geschäftsleben umzusehen, ohne existenzielle Verluste durch diesen Schritt befürchten zu müssen. Gleichzeitig wird die lokale künstlerische Gemeinschaft gefördert und belebt, was die Beteiligten motiviert. Die Kooperationsstruktur ist der Grundstein des "Bienenstocks" - die Künstler bleiben zeitlich flexibel, da sie abwechselnd am Verkauf beteiligt sind, ferner haben sie einen Einfluss auf die Präsentation ihrer Ware. Angestellte müssen nicht rekrutiert werden, Personalkosten werden eingespart. Das Produktangebot wechselt in knapp bemessenen Zeitabständen, so dass nicht befürchtet werden muss, das Interesse der Kundschaft könne durch Eintönigkeit des Angebots abflauen.

Sowohl für die Geschäftsinhaber und Designer als auch für die Kunden bietet die innovative Idee des "Bienenstock"-Design-Supermarktes eine neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Ressourcenerweiterung. Durch begeisterte Rückmeldungen von Menschen, die die Idee auch in ihrer Stadt realisieren wollten, offenbart sich die große Nachfrage nach diesem alternativen Geschäftsmodell.

Franchising mit Freiraum für Individualität

Expansionsmöglichkeiten wurden 2007 durch die Einbindung von Franchising-Unternehmern eröffnet. Management-Qualitäten, aber auch die Fähigkeit, das Konzept zu vermarkten und Verbindungen zur lokalen Gemeinde und den ansässigen Designern zu schaffen, sind Schlüsselqualifikationen für den Erfolg des Franchising-Konzepts, das die Gründerin gern als "Anti-Franchising" bezeichnet, da es explizit nicht auf der Gleichheit des Angebots fußt, sondern lokal individuell gestaltet wird. Geiger plant voerst drei Konzessionserteilungen pro Jahr und betont den sozialen Faktor, der in der Geschäftsidee verankert ist: Die Gemeinschaft der Künstler wird gestärkt, der Unternehmergeist kreativer Designer unterstützt und der Kontakt der Künstler zur Käuferschicht gefördert. So wird eine innovative Alternative zum generellen Geschäftstrend etabliert, von der alle Beteiligten profitieren.

 

Kontakt: http://www.beehiveco-op.com/

 

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