Essbare Wände

Eine außergewöhnliche Geschäftsidee im Gartenbau

Selten entsteht eine Geschäftsidee durch simples Hinsetzen und Nachdenken. Stattdessen ist sie meist das Produkt einer Kette von extern auftretenden Problemen und Bedürfnissen, die zum Nachdenken anregen und schließlich laterale, ungewöhnliche Lösungsansatze zu Tage fördern.

Eine grüne Geschäftsidee in einem urbanen Umfeld

So war es auch im Falle von Jim Mumford, einem Spezialisten für Gartenbau in San Diego, der eines Tages Besuch bekam von Mario Batali, seinerseits zweifacher Restaurantbesitzer in Hollywood. Dessen beide Restaurants, eine Osteria und eine Pizzeria, liegen genau nebeneinander - und so beschloss Mr. Batali, zwischen Beiden einen Garten anzulegen, von dem die Besucher beider Etablissements etwas haben sollten, und der gleichzeitig das eine vom anderen etwas abtrennte. Selbst vom Gartenbau keine Ahnung habend, wandte Batali sich an Mumford mit dem Anliegen, ihm einen Stadtgarten zu entwerfen, der sich von Anderen abheben und etwas Besonderes sein sollte, über das Leute gerne reden, das aber auch seinen Zweck erfüllt.
Batali wusste, dass Mumford als ungewöhnlicher Gärtner und Landschaftsarchitekt mit urbanem Schwerpunkt bekannt war, der zum Beispiel eine sehr innovative Dachbegrünungslösung entwickelt hatte. Der Gastronom traute dem Gartengestalter also einiges zu - und wurde nicht enttäuscht. Mumford entwarf ihm tatsächlich einen Garten - allerdings einen vertikalen. Und nicht nur das: Der gesamte Garten war kulinarisch genießbar, und nahm so das Thema der beiden Restaurants als Gourmettempel wieder auf. Aus diesem Auftrag dann erwuchs Mumfords geniale Geschäftsidee: Essbare Wände.

Optisch Ausgefallen und modular zu installieren: Essbare Wände

Essbare Wände sind nicht einfach nur bepflanzte Mauern; sie sind eigentlich lebende Skulpturen, die den Mehrzweck der kulinarischen Verwertbarkeit und endlosen Gesprächsstoff bieten. Gleichzeitig können sich auch Restaurants - oder andere Unternehmen - eine essbare Wand leisten, die kein großes Grundstück ihr eigen nennen, nur begrenzte, finanzielle Mittel zur Verfügung stehen haben und sich trotzdem im urbanen Raum eine grüne Oase schaffen wollen. Mumford baut seine essbaren Wände aus modularen Boxen, die mit einem festen Vliesboden aus Erde gefüllt sind. Nach Auftragsentgegennahme werden die Pflanzen zum Anwurzeln durch Schlitze in den Vlies gesteckt, und brauchen dann etwa acht Wochen, um sich zu setzen. Anschließend werden die Boxen je nach Kundenvorgabe in ein Gestell montiert, das an der jeweiligen, vorgegebenen Gebäudeseite montiert wird. Mumford bietet noch den zusätzlichen Service an, dass Privatleute nur etwa die Hälfte dessen zahlen, was Unternehmen in die essbaren Wände investieren müssen. Natürlich können beide Zielgruppen Wünsche hinsichtlich der Bepflanzung äußern: Soll die Wand eher Blickfang sein, oder tatsächlich Kräuter zum Essen liefern? Wie stark soll die Duftentfaltung sein? Geht es mehr um den kulinarischen oder den optischen Genuss? Alle diese Überlegungen fließen mit ein in die Kreation der essbaren Wände. Mario Batali, Mumfords erster Kunde, etwa ist stolzer Herr über 324 Pflanzen in seiner Wand - darunter zum Beispiel Minze und Rosmarin.

Eine Geschäftsidee mit grüner Zukunft, die langsam wachsen muß

Noch macht Mumford, wie er ganz offen zugibt, keine Millionen mit den essbare Wänden. Aber er ist guter Dinge: Das Interesse an seiner Idee wächst, ohne dass sich seine Vertriebs- und Marketingbemühungen explizit darauf stützen würden. Auch hierzulande kann diese grüneGeschäftsidee durchaus fruchten, und das herkömmlichere Portfolio von Gärtnereien und Floristen wunderbar um ein ausgefallenes Angebot ergänzen. Selbst als Hobbygärtner kann man mit den essbaren Wänden durchaus einen Nebenverdienst erzielen, so man den genug von Kräutern und Gemüsen versteht. Wichtig ist die haltbare Konstruktion von Modulen und Gestellen; diese müssen nicht nur optisch leicht eingliederbar sein, sondern sich auch haltbar an Wänden anbringen lassen. Eine Nachfrage beim regionalen Bauamt hinsichtlich eventuell notwendiger Genehmigungen kann auch nicht schaden. Dann aber ist die essbare Wand vor allem im städtischen, grünflächenarmen Gegenden bestimmt eine wunderbare Geschäftsidee, die sich innen wie außen, für Unternehmen und Privatleute gleichermaßen vermarkten lässt.

 

Kontakt: http://www.goodearthplants.com/

 

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