(18.05.2010)

Existenzgründung mit dem eigenen Kiosk

Kiosk, Büdchen und Trinkhalle - Ausgestorben oder neue Chance? Lesen Sie hier mehr und bauen Sie Ihr neues Business auf dieser Geschäftsidee auf!

 

Viele Regionen Deutschlands sind unvorstellbar ohne das »Büdchen« an der Ecke, die »Trinkhalle« oder eben den »ganz normalen« Kiosk. Hier trifft man sich, hält ein Schwätzchen, trinkt zusammen oder kauft das Frühstücksbrötchen und die Tageszeitung. Und die Kinder bekommen glänzende Augen beim Anblick von Softeis, Lutschern und Wundertüten.

Erhaltenswert, sollte man denken. Und doch gibt es immer weniger dieser geselligen Orte, in manchen Regionen Deutschlands - wie etwa in Bayern - sogar nahezu überhaupt keine. Schade.
Eine neuartige Geschäftsidee ist der Kiosk nicht gerade, dennoch aber eine, über die nachzudenken sich lohnen kann. Am richtigen Platz mit den passenden Kunden kann ein gut geführter Kiosk eine Goldgrube sein. Und ein wenig nette Unterhaltung gibt's noch obendrein.

Das Geschäft


Ein Kiosk ist ein kleiner ortsfester Verkaufsraum mit gemischtem Sortiment, üblicherweise an Plätzen öffentlichen Interesses, in Gewerbegebieten, nahe Schulen und Universitäten oder überall dort, wo viel Laufkundschaft erwartet werden kann. Das Angebot erstreckt sich von Tageszeitungen, Zeitschriften und Rauchwaren über Bier und Spirituosen bis hin zu Süßigkeiten und Lebensmitteln.
 Der Umsatz wird mit frischen und tagesaktuellen Artikeln bei der Laufkundschaft sowie in großem Maße durch Stammkunden erwirtschaftet. Das erfordert ein den örtlichen Gegebenheiten sehr stark angepasstes Sortiment. Den Wünschen der Kunden muss entsprochen werden, sonst bleiben sie aus.
 Wegen der gelockerten Ladenschlußzeiten stehen Kioske zunehmend in Konkurrenz zu den örtlichen Supermärkten, die oftmals lange geöffnet haben. Wichtig ist also ein interessantes »Vollsortiment« für diejenigen Kunden, die auf dem Weg zur Arbeit »mal eben« eine Zeitung, ein belegtes Brötchen und ein paar Zigaretten kaufen wollen. Für die Stammkunden sind »ihre« Zigaretten- und Biermarke wichtig, für Kinder die gerade »angesagten« Snacks, Süßigkeiten und Comic-Hefte.
 Das Geschäft des Kiosk-Betreibers erfordert harten persönlichen Einsatz, gute Verkaufs- und Kalkulationskenntnisse, einen »guten Riecher« bei der Sortimentsauswahl und absoluten Willen zum Erfolg. Wer nur sein Bier am eigenen Kiosk selbst billiger trinken will, sollte sich lieber nach einer anderen Geschäftsidee umsehen.
 Ein guter Standort mit vielen potentiellen Kunden ist essentiell für einen ertragreichen Kiosk. Manchmal können gute Standorte nur über Franchising erlangt werden, aber auch dieses Geschäftsmodell ist eine Überlegung wert - Risiko und Wareneinsatz werden minimiert, dafür ist die Abhängigkeit zum Franchisegeber vorhanden und das Sortiment kann nicht ganz frei gestaltet werden.

Persönliche Voraussetzungen

Sie sollten gut verkaufen und auch mal »anpacken« können. Die Bereitschaft zu Behördengängen (Ordnungsamt, Gewerbeamt, Finanzamt) muss vorhanden sein, da Genehmigungen oftmals dauern können. Über die Preisbindung bei einigen Artikeln (Zeitschriften, Bücher, Tabakwaren) sollten Sie informiert sein.
 Der Spaß am viel und lange Arbeiten sollte Ihnen nicht vergehen - 70 Wochenstunden sind oft normal. Wenn Sie dabei monatlich ca. 3.000 Euro verdienen, haben Sie alles richtig gemacht.
 Eigenkapital brauchen sie auch zum Start. Wenn Sie bescheiden anfangen, nicht gleich einen neuen Kiosk kaufen und den Wareneinsatz gering halten, reichen manchmal schon ca. 10.000 Euro. Mit Gastro-Ausstattung (Fritteuse, Würstchenbräter usw.) wird es entsprechend teurer. Rechnen Sie nicht mit Geld von der Bank - Kredite für Kleinstgründungen werden kaum noch vergeben. Mit etwas Glück kann man jedoch oft einen bereits bestehenden Kiosk kostengünstig übernehmen.
 Wenn Sie nicht selbst die Buchhaltung machen können, sollten Sie - zumindest für den Anfang - einen Steuerberater einschalten.

Rechtliche Voraussetzungen


Vom Ordnungsamt benötigen Sie eine Standortgenehmigung, vom Gewerbeamt einen Gewerbeschein, bei mobilen Kiosken zusätzlich eine Reisegewerbekarte. An Steuern führen Sie die Umsatzsteuer ab, zahlen Einkommensteuern und Gewerbesteuern an die zuständige Standortgemeinde.
Für einen neuen Kiosk muss zuerst ein Bauantrag gestellt werden. Voraussetzung dafür ist eine Genehmigung vom Eigentümer des Standortes und der Versorgungsträger (Wasser, Strom, Gas, Müll). Diverse Ämter (Bauordnungs-, Tiefbau-, Planungs-, Ordnungsamt) prüfen dann die Anfahrbarkeit, Stellplätze, Verkehrssicherheit, Erschließung des Kioskstandortes wie auch Ästhetik und Nutzungsverträglichkeit für das Gebiet. Oft haben auch das Grünflächen- und Umweltamt mitzureden. Die Gewerbeaufsicht kontrolliert den Arbeitsschutz (wie Toiletten), bei Imbissen kommt noch das Gesundheitsamt dazu.

Empfehlung


Lesen Sie unbedingt den kostenlosen »Kiosk-Ratgeber« des Projekts »Kioskisierung« und machen Sie den gnadenlosen 10-Punkte-Test! Bestehen Sie den Test, dann nichts wie ran!


Buchtipp


o. V.: Selbstständig mit einem Kiosk. Interna, Bonn 2003. ISBN 3934662676

 

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