Geld verdienen mit Dumme-Jungen-Streichen

Jeffrey Goldblatt, Präsident und Creative Director von RH Brands, LLC bezeichnete sich noch vor vier Jahren als "Der weltschlechteste Unternehmer"...

... Obwohl er mit seinen Projekten Millionen von Menschen erreichte und sich auch großen Medieninteresses sicher sein konnte, fuhr er beständig Verluste ein, was schließlich dazu führte, dass er sich selbst als CEO feuerte, um sich nur noch auf die kreative Seite seines Geschäfts zu konzentrieren. Die selbstironische Art, mit der Goldblatt seinen unternehmerischen Werdegang nachzeichnet, ist charakteristisch für die Geschäftsidee seiner Firma - mit sprichwörtlichem Unsinn Geld zu verdienen.

Hotline für die Abfuhr

Angefangen hatte es 2001 mit der Rejection Hotline in Atlanta, Georgia. Nachdem Goldblatt Zeuge von unzähligen erfolglosen Aufrissen in Bars wurde, kam er auf die Idee, die Rejection Hotline einzurichten, deren Nummer Frauen unerwünschten Verehrern in die Hand drücken konnten. Beim Anruf der Nummer meldete sich als automatische Ansage: "Hallo, die Person die ihnen diese Nummer gegeben hat, wollte offenbar nicht, dass sie ihre richtige Nummer bekommen. Vermutlich findet diese Person, dass sie nicht ihr Typ sind; das kann heißen, dass sie klein, fett, hässlich, dumm, lästig, arrogant oder einfach grundsätzlich ein Versager sind."
Diese simple Geschäftsidee (mittlerweile mit lokalisierten Telefonnummern für alle großen US-amerikanischen Städte), die laut Goldblatt im ersten Jahr 600.000 Anrufe nach sich zog, war Grundlage für die Humor-Hotlines, einem Dienst, der über 100 Hotlines zu allen möglichen Themen beinhaltet, die beispielsweise Anrufer darüber informieren, dass ihre Freundschaft nach Indien outgesourcet wurde, ihr Körpergeruch entsetzlich ist oder sie etwas zwischen ihren Zähnen stecken haben.

Streiche als Werbeträger

Geld verdient Goldblatt mit seinen Humor-Hotlines, indem er Audio-Werbung großer Unternehmen wie Sony Pictures oder Blockbuster an das Ende der Ansagen hängt - offenbar lassen genügend Anrufer die milden Beleidigungen über sich ergehen, um auch noch als Werbeadressat zu fungieren.

Das Kerngeschäft der Humor-Hotlines ist dabei die Übermittlung von Werbung an eine junge Zielgruppe im Alter von 15-25 Jahren, womit Goldblatt ein Gewinn von 2,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 erzielte. Dieser Erfolg dürfte auch damit zu tun haben, dass hinter den Nummern keine versteckten Gebühren lauern, lediglich die eines normalen Festnetztelefonates. Die Bereitschaft, den wütenden Weihnachtsmann oder die "Es könnte immer schlimmer kommen"-Hotline mehr als einmal anzurufen, ist damit wesentlich höher als bei einem kostenpflichtigem Angebot. Auch ist davon auszugehen, dass der Überraschungseffekt, dem der Anrufer ausgesetzt wird, für eine erhöhte Aufmerksamkeit hinsichtlich der nachfolgenden Werbung sorgt.
Des weiteren kann sich die außergewöhnliche Geschäftsidee einer großen Verbreitung durch Mund-zu-Mund-Propaganda sicher sein.
Damit ist die Humor-Hotline ein besonders gelungenes Beispiel für Werbemethoden, die Wege jenseits der ausgetretenen Pfade einschlagen.

 

Kontakt: http://www.humorhotlines.com/

 

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