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Interview Bazaaria: privater Handel fair und ohne Risiko

Bazaaria bietet den großen Powerselling-Plattformen die Stirn: mit einem sozialen Handels-Konzept, wo Qualität, Fairness, Sicherheit und das Werteverständnis des Kunden die Grundsteine bilden.

Angefangen hat alles im Jahr 2007 unter dem Namen "Cumonian". Heute ist der Web-Basar Bazaaria auf dem besten Wege, Plattformen wie Ebay ernsthafte Konkurrenzsorgen zu bereiten. Dabei gehen beide deutlich getrennte Wege: Während die einen inzwischen vom professionalisierten Powerselling beherrscht werden, setzt Bazaaria auf fairen Handel unter Privatpersonen. Für jeden Beteiligten eine Win-Win-Situation. Im Interview befragen wir Herrn Paul Piper, den leidenschaftlichen Gründer und Geschäftsführer von Bazaaria zu seinen Konzepten und Marketingstrategien.

 

Herr Piper, sie sind jung und schon seit Jahren ein ebenso leidenschaftlicher wie erfolgreicher Unternehmer. Wie und wann kam Ihnen die Idee für bazaaria.com?

Paul Piper: Bazaaria selbst ist eher aus der Not heraus geboren. Ich war zu dem damaligen Zeitpunkt noch in meinem Studium und wollte meine damaligen, eher selten genutzten Unterlagen, gerne über das Internet verkaufen. Ich hatte jedoch mit Tauschplattformen und Auktionshäusern schlechte Erfahrungen gemacht. Ich fragte mich, ob nicht eine deutlich natürlichere Form des Handels, bei der auf einfache Art die Kunden untereinander Waren oder Geld austauschen können, möglich sei. Ich entwarf ein solches System in meiner Freizeit und war selbst von der technischen Lösung überrascht: Bazaaria war geboren.

 

bazaaria.com ist kein gewöhnlicher Online-Marktplatz sondern eine Handels- und Kaufbörse für Privatpersonen zugleich. Was genau bieten Sie Ihren Kunden?

Paul Piper: In Kurzform: einen sozialen Markt als Gegenentwurf zu den derzeitigen Plattformen. Es ist doch so: Im Grunde sind wir bei den aktuell großen Plattformen unzufrieden, da die Anreize dort falsch gesetzt werden. Die Systeme belohnen auf Käuferseite diejenigen, die besonders wenig zahlen und auf Verkäuferseite diejenigen, die die Preise künstlich nach oben treiben. Dies ist für Käufer und Verkäufer gleichermaßen ungenügend. Die enorme Professionalisierung der Anbieter fördert dieses Ungleichgewicht weiter - Die Marktpreise gehen kaputt und Privatnutzer haben das Nachsehen. Schöner wäre doch ein System, auf dem Verkäufer Preise kriegen die Ihren Vorstellungen entsprechen, Käufer hingegen nicht mehr zahlen müssen als sie ursprünglich bereit sind - fair eben.

Genau hier setzt Bazaaria an. Anbieter können kostenlos Ihre Ware anbieten. Alle Interessenten können dann, in Unkenntnis über die Angebote anderer, ihre eigenen Waren oder Geld bieten. Der Anbieter entscheidet dann über das beste Angebot.

Das alleine genügt, um ein System zu schaffen, auf denen die Kunden einen Anreiz haben einen höheren Preis anzubieten, da nur dies den tatsächlichen Erhalt einer Ware auch ermöglicht. Gleichzeitig bieten sie aber nicht mehr, als es ihr eigenes Werteverständnis erlaubt- ein Win-Win für beide Seiten. Unsere Treuhandservice und ein klarer Prozess schützen darüber hinaus vor Betrügern. Sollten der Kunde mit der Leistung des Anbieters unzufrieden sein, erhält er sein Geld zurück und der Kauf ist nichtig.

 

Beim Besuch des Portals bazaaria.com empfängt uns eine Atmosphäre aus Vielfalt der Angebote einerseits und angenehmer Überschaubarkeit, das heißt Einfachheit bezüglich der Anwendung andererseits. Mit welchen Mitteln gelingt Ihnen diese Kombination?

Paul Piper: Wir sind stets bemüht unsere Anwendung zu optimieren. Während andere Anbieter kontinuierlich Ihre Funktionen ausbauen, setzen wir eher auf eine allgemeine Reduktion. Der Kunde soll immer das Gefühl haben mit möglichst wenig Klicks zu seinem Ziel zu kommen. Die Plattform soll ihn in seinem Handel unterstützen ohne ihn zu überfordern. Dafür „erziehen" wir unsere Software zu einer „intelligenten" Artikelauswahl. Dies ist natürlich nur mit viel Feingefühl und ständiger Nacharbeit möglich.

 

Abseits von den Strategien Powerselling (die große Auktionshäuser, allen voran eBay, verfolgen) und reines Tauschgeschäft, beschreiten Sie einen anderen Weg. Wo soll es in Zukunft hingehen?

Paul Piper: Unser System eignet sich am besten für Privatkunden - sie profitieren von der enormen Kontrolle bei der Abgabe der Ware (nicht jeder möchte seine Ware gern an Unbekannt abgeben), hohen Preisen und geringer Anonymität. Dies ist die Nische, die wir derzeit als besonders attraktiv für unser Konzept erkannt haben und die wir auch weiterhin verstehen möchten.

Für Powerseller eignet sich die Plattform hingegen weniger. Es dauert nun mal ein wenig länger seine Ware zu verkaufen, und durch die Möglichkeit auch Ware zum Tausch anzubieten, kommt eine weitere Komponente hinzu, die für gewerbliche Kunden eher hinderlich ist. Auch wenn dies momentan nicht im Trend liegen mag, sind wir stolz auf diese Erkenntnis und werden auch weiterhin bemüht sein dieses Verhältnis aufrecht zu erhalten.

 

Sie selbst wissen, dass die beste Idee ohne entsprechendes Marketing nicht aufgeht. Welche Maßnahmen sind für Sie ausschlaggebend, um bazaaria.com ihrer Zielgruppe, nämlich privaten Verkäufern, nahezubringen und sich die nötige Akzeptanz zu verschaffen?

Paul Piper: Derzeit sind wir vor allem im Online-Marketing aktiv. Wir nutzen verschiedene Anzeigenarten und die Suchmaschinenoptimierung um Neukunden auf uns Aufmerksam zu machen. Diese sind besonders risikoarme Methoden und wir können deren Erfolg kontinuierlich kontrollieren. Auf der Seite selbst sind wir mit einem Gewinnspiel und kleineren Werbekampagnen, wie der Witze-Reihe von Rainer Zufall, ein wenig risikofreudiger - hier wollen wir unsere Kunden binden, die private Atmosphäre weiter schüren und unseren Wahrnehmung insgesamt stärken.

Aber auch Offline werden wir in naher Zukunft aktiv sein. Es existieren derzeit Pläne Testweise auch in Städten verschiedenartig aktiv zu werden.

 

In 2 Jahren haben Sie mit bazaaria.com schon viel erreicht. Da gab es doch sicher auch Steine aus dem Weg zu räumen...

Paul Piper: Etliche und die gibt es auch weiterhin. Am Stärksten hindert uns sicherlich, dass wir mit unserem System etwas wirklich Neuartiges geschaffen haben. Auch wenn die Vorteile unseres Systems auf der Hand liegen und unsere Kunden überaus zufrieden sind, so ist es häufig schwer dies auch klar Neukunden gegenüber zu kommunizieren. Am Hinderlichsten ist es, dass die breite Bevölkerung eine konkrete Vorstellung von eCommerce-Plattformen hat - auch wenn diese System Produkte der Endneunziger sind. Der Vergleich zwischen uns und Tauschplattformen oder Auktionshäusern kommt regelmäßig.

Wir sind diesbezüglich aber auf gutem Weg und ich glaube, dass uns die klare Kommunikation immer besser gelingt.

 

Zu guter Letzt: Haben Sie noch einen entscheidenden Rat, den Sie anderen Existenzgründern ans Herz legen möchten?

Paul Piper: Baue auf und vertraue deinem Team, kenne deine Fachgebiete und akzeptiere Rat von Anderen - ich denke, wenn man dies verinnerlicht, wird der Weg schon ein Stückchen leichter...

 

Herr Piper, herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

 

Kontakt:www.bazaaria.com

 

 

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