Mit "Give & Get"gesellschaftliches Engagement belohnen

Die Hotelbranche ist einer unter vielen weiteren Wirtschaftszweigen, welche in großem Umfang von einer florierenden Weltwirtschaft abhängig sind...

Denn Urlaub und die Übernachtung in einem Hotel wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gerne als Erstes von der Liste der Dinge gestrichen, die nicht unbedingt sein müssen. Die andere Möglichkeit ist auch, dass die Hotelbesucher auf günstigere Hotels umsteigen, was dann vor allem Hotels der gehobeneren Kategorie zu spüren bekommen. Um also eine effektive Auslastung der Hotelzimmer zu fördern, lassen sich viele Hotels die unterschiedlichsten Ideen einfallen. Da wären zunächst die klassischen Lösungen mit besonderen Rabattaktionen für Frühbucher oder zusätzliche Tage der Zimmerbenutzung ab einer bestimmten Mindestanzahl an gebuchten Tagen.

Engagement wird belohnt

Doch es gibt auch Unternehmen, die sich noch weitergehende Geschäftsideen einfallen lassen. Eine solche Geschäftsidee, die in Deutschland bisher noch weitestgehend unbekannt ist, hat in den USA eine Hotelgruppe mit Namen "Sage Hospitality" entwickelt und bereits erfolgreich umgesetzt. Das Geschäftsmodell trägt den Titel "Give & Get". Dieses Modell bedeutet in der langen Fassung so viel wie "Give a Day, Get a Night". Dieses Angebot richtet sich an Personen, die freiwillig und kostenlos für verschiedene Unternehmen aus dem Bereich der "Non-Profit Organisations" tätig sind. Ein Beispiel für eine weltweite "Non-Profit Organisation" ist die Gruppe der Umweltaktivisten Greenpeace, deren Ziel nicht die Erwirtschaftung kapitaler Profite ist, sondern die Bewahrung und Rettung der Umwelt. Wer also nachweisen kann, dass er mindestens acht Stunden oder eben einen Tag kostenlos für ein solches Unternehmen gearbeitet hat, bekommt bei der Hotelgruppe "Sage Hospitality" ein Zimmerrabatt von 50 % für eine Nacht.

Entscheidung aus Tradition

Die Hotelgruppe "Sage Hospitality" ist eine der größten und erfolgreichsten Hotelgruppen in den USA. Zu den Häusern, die zu "Sage Hospitality" gehören, befinden sich mehrere Hotels aus den bekannten Hotelketten Hilton, Holiday Inn, Sheraton oder Marriott. Diese Hotels zählen alle zur Premiumklasse. Außerdem ist die Idee der Belohnung von sozialem Engagement nicht verwunderlich, wenn man sich die Tradition des Unternehmens betrachtet. Denn "Sage Hospitality" unterstützt selbst durch eigene Projekte in den ganzen USA. Eines dieser Projekte ist das Programm "Best in Class". Dies ist ein Förderprogramm, bei dem jedes Hotel und jedes Restaurant von "Sage Hospitality" mit einer Schule in der näheren Umgebung verbunden ist. Dort werden dann Leseprogramme gefördert, ausländischen Kindern wird zusätzlicher Englischunterricht für eine bessere Integration erteilt und auch die Schulgebäude werden renoviert oder in Stand gehalten.


Die Idee des "Give & Get" stammt von Walter Isenberg, dem Mitgründer und Präsidenten der Unternehmensgruppe "Sage Hospitality". Das Angebot lief in den USA von Juli bis Dezember 2009 und scheint so erfolgreich gewesen zu sein, dass andere Unternehmen das Modell bereits übernommen haben. Der Konzern Walt Disney geht ab Januar 2010 einen ähnlichen Weg und bietet sein Programm "Give a Day, Get a Disney Day" an. Hier erhalten Personen, die freiwillig nachweislich einen Tag für eine eingetragene "Non-Profit Organisation" gearbeitet haben, an einem Tag kostenlosen Zutritt entweder zum Gelände von Disneyland in Kalifornien oder zu Disney World in Orlando in Florida. Hierbei handelt es sich dann nicht nur um einen Rabatt, sondern hier wird das Prinzip "A Day for a Day" sogar noch konsequenter umgesetzt.
Die Zielgruppe, die mit solchen Angeboten angesprochen werden sollen, sind vor allem junge Menschen, die dadurch einen Anreiz bekommen sollen, sich sozial zu engagieren. Auf soziales Engagement wird in den USA besonders großen Wert gelegt. Nicht umsonst achten gerade die bekanntesten und besten Universitäten der USA darauf, dass die Studenten, die sich bei ihnen bewerben, im Bereich der freiwilligen Arbeit bereits einige Aktivitäten vorzuweisen haben. Ohne einen solchen Background hätten viele Studenten oft gar keine Chance, an einer Elite-Universität aufgenommen zu werden.

Gut fürs Image

Für deutsche Unternehmen kann die Geschäftsidee des "Give & Get" natürlich auch interessant sein. Da wäre zunächst einmal der positive Werbeeffekt für jedes Unternehmen, welches soziales Engagement in irgendeiner Weise belohnt. Neben der positiven Mundpropaganda wird über solche Aktionen sehr häufig auch in Zeitungen und im Fernsehen berichtet, wovon ein Unternehmen in mehrfacher Hinsicht profitieren kann. In der Hotelbranche können so ungenutzte Kapazitäten sinnvoll eingesetzt werden und außerdem bringen neue Gäste vielleicht auch zusätzliches Kapital mit, um eventuelle weitergehende Serviceangebote des Hotels zu nutzen. So ein Sogeffekt, um zusätzlich Menschen in ein Hotel und damit auch in eine fremde Stadt zu locken, kann sich auf den gesamten Geschäftsumsatz einer Stadt positiv auswirken. Als Rückkopplungseffekt kann dies auch für das Unternehmen von Vorteil sein, beispielsweise im Verhältnis zur Stadtverwaltung. Denn ein Unternehmen, dass so positiv für eine Stadt wirbt, wird häufig mit großem Wohlwollen behandelt und kann so auf manche Vergünstigung der Stadtverwaltung hoffen. Dies könnten Hilfestellungen bei der Suche nach neuen Gewerbeflächen oder Hilfestellungen bei der Finanzierung neuer Bauprojekte sein.

 

Kontakt: http://www.sagehospitality.com

 

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