Mit SMS Gutes tun
Der SMS donation services ist nicht ganz neu, doch er wird von vielen Non-Profit-Organisationen noch nicht genutzt.
Das große Beben in Haiti Anfang Januar diesen Jahres erschütterte nicht nur das Land, sondern auch die Gemüter überall auf der Welt. Große Hilfsorganisationen und zahlreiche Prominente starteten Spendenaufrufe via Internet, TV und andere Medien, die Resonanz war überwältigend. Gerade im Zusammenhang mit den Aufrufen im Fernsehen wurde deutlich: viele Spender nutzten das Angebot, per SMS ihre Spende abzugeben. Das amerikanische Rote Kreuz zum Beispiel gibt an, dass 5 Mio USD von insgesamt 35 Mio USD an Spendengeldern für Haiti auf diesem Weg eingenommen wurden.
Unbürokratische Hilfe
Der Vorteil einer solchen Spende liegt auf der Hand: der Griff zum Handy ist schnell getan, man muss weder telefonieren, noch persönliche Daten wie Name, Adresse und Bankverbindung an Dritte preisgeben. Der gespendete Betrag wird einfach mit der nächsten Telefonrechnung verrechnet. Keine weiteren Formalitäten sind notwendig. Gerade für spontan entschlossene Spender ist dies besonders angenehm.
Eine innovative Geschäftsidee verändert die Welt
Unternehmen wie mGive und mCommons bieten seit Jahren diesen sogenannten "mobile text donation service" an. mGive ist Teil des US-amerikanischen Unternehmens Mobile Accord, welches 2005 von James Eberhard gegründet wurde. Eberhard hatte bereits im Jahr 2001 die Mobilfunk-Firma 9 Squared gegründet, die sich auf die Bereitstellung mobiler Inhalte und Services konzentrierte. Der Besuch des Life-Aid-Konzerts 2004 in London, bei dem über 2 Mio Pfund an Spenden per SMS eingenommen wurden, ließ ihn erkennen, dass ein Mobiltelefon nicht nur zum Telefonieren oder der Unterhaltung dienen konnte, sondern auch als Medium, um die Welt zu verändern. Diese Erkenntnis inspirierte Eberhard zu der Idee, ein Mobilfunk-Unternehmen zu gründen, das seine Dienste in den Bereich der Spendenbeschaffung stellt.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Spender schickt eine Kurzmitteilung an eine vorgegebene Kurzwahl und wählt zwischen einem Betrag von 5 oder 10 USD. Dieser wird dann mit der nächsten Telefonrechnung verrechnet.
mGive-Kunden, die eine Kampagne starten möchten, platzieren ihre mobilen Spendenaufrufe in diversen Medien wie Print, Radio, TV und Internet, hier z.B. auch mit immer größerer Resonanz in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter.
2008 und 2009 wurde mGive mit zahlreichen Auszeichnungen für diese innovative Geschäftsidee belohnt.
Es besteht noch Luft nach oben
Einen Nachteil jedoch gibt es bisher noch: die auf diese Weise eingenommenen Spenden benötigen unter Umständen bis zu 90 Tagen, um bei der entsprechenden Hilfsorganisation einzugehen. Dies rührt daher, dass Mobilfunkanbieter häufig das Geld nicht sofort weiterleiten, sondern abwarten, bis der Kunde seine Handyrechnung beglichen hat. Diverse Unternehmen versuchen derzeit, Lösungen für diese Verzögerungen zu entwickeln. Trotz dieses noch bestehenden Mankos bleibt festzustellen: eine Spende per Kurzmitteilung ist ein zeitgemäßer und äußerst unbürokratischer Weg, um mitzuhelfen, die Welt zu verändern.
Kontakt: http://www.mgive.com/
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