Porzellan Restauration als Geschäftsmodell
Edles und antikes Porzellan ist teuer. In der Regel ist es nicht für den Gebrauch gedacht, sondern schmückt nur die Glasvitrine im Wohnzimmer...
Obwohl wir die wertvollen Prunkstücke hegen und pflegen, lassen sich Schäden nicht vermeiden. Die lieb gewonnenen Erbstücke will man aber nicht einfach so weg schmeißen. Deshalb bringt man sie zu einem Porzellan-Restaurateur.
Wer kann Porzellan-Restaurateur werden?
Der Porzellan-Restaurateur ist kein anerkannter Ausbildungsberuf und steht somit allen Menschen offen. Wer sich jedoch im Bereich der Porzellan-Restauration selbstständig machen will, der muss sich mit Porzellan sehr gut auskennen. Auch künstlerisches und handwerkliches Geschick sollte ausgeprägt sein.
Was macht ein Porzellan-Restaurateur?
Ein Porzellan-Restaurateur bessert kleine Blessuren an Tellern, Tassen, Schalen oder Schüsseln aus. Er repariert Farbschäden oder frischt Gravuren und Muster wieder auf. Gute Restaurateure mit jahrelanger Berufserfahrung setzen auch stärker beschädigte Stücke wieder zusammen. Sie fügen herausgebrochene Scherben wieder ein. Bei guten Restaurateuren ist der Schaden später nicht mehr zu erkennen. Die Porzellansachen sehen aus wie neu. Professionelle Porzellan-Restaurateure wagen sich auch an völlig demolierte Sachen heran. Diese Arbeiten sind zeitintensiv und können unter Umständen Jahre dauern. Sie setzen zum Beispiel hunderte Scherben wie Puzzleteile wieder zu einer Schale oder zu einem Teller zusammen. Fehlende Bruchteile formen und fertigen Sie selber. Wer sich an solche Stücke heranwagt, der sollte allerdings über entsprechende Erfahrung verfügen. Am Anfang Ihrer Tätigkeit sollten Sie nur leicht beschädigte Stücke reparieren. Übung macht den Meister. Demolieren Sie billiges Porzellan und lernen Sie, es Stück für Stück wieder zusammen zu fügen.
Wo finden Sie Kunden?
Im Prinzip könnte jeder, der ein teures oder liebgewonnenes Porzellanstück im Schrank hat, früher oder später ihr Kunde werden. Doch es reicht sicher nicht aus, um einen festen Kundenstamm aufzubauen. Sie brauchen dauerhafte Kunden, die Sie regelmäßig beauftragen. Das könnten zum Beispiel Antiquitätenhändler sein. Restauriertes Porzellan erzielt einen viel höheren Verkaufswert als Porzellan mit einer kaputten Stelle. Auch Auktionshäuser könnten zu ihren Kunden gehören. Edles und restauriertes Porzellan findet man auch in vielen Museen. Reden Sie mit dem Museumsleiter und stellen Sie Kontakt zu Archäologen her. Sollten sich durch diese Kontakte Geschäftsaufträge ergeben, dann sollten Sie über eine Angebotserweiterung nachdenken. Restaurieren Sie zusätzlich Gegenstände aus Holz oder Ton. Arbeiten Sie Hand in Hand mit Museen und Archäologen.
Was benötigt man für die Unternehmensgründung?
Die Unternehmensgründungskosten für einen Porzellanrestaurateur sind überschaubar! Zunächst benötigen Sie einen Raum, in dem Sie ungestört arbeiten können. Sie müssen weder eine Werkstatt noch einen Gewerberaum anmieten. Für den Anfang reicht auch ein kleiner Raum oder eine Ecke in ihren privaten Räumlichkeiten aus. Materialien zur Porzellan-Restauration erhalten Sie im Bastelfachladen und in der Apotheke. Werkzeuge, wie Pinsel oder Schaber sollten zur Grundausstattung gehören. Farben und Füllmasse können individuell angepasst und den Aufträgen entsprechend angeschafft werden.
Sorgsamer Umgang
Das oberste Gebot Ihres Unternehmens sollte der sorgsame Umgang mit dem Porzellan sein! Bedenken Sie, dass manche Stücke wertvoll, teuer und unersetzbar sind. Ausstellungsstücke in Museen sind in der Regel einzigartige Kulturgüter, die manchmal tausende Jahre alt sind. Bewahren Sie diese Stücke in speziellen Schränken auf. Sobald Sie ihre Arbeit beenden, sollten Sie das Porzellan zurück in den Schrank stellen. Sofern Sie zu Hause arbeiten, sollten Sie dafür sorgen, dass nur befugte Personen Zugang zu ihren Räumen haben. Dies gilt erst recht, wenn Kinder in ihrem Haushalt leben.
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