Spudaroo: Paid-Content-Portal - nicht nur für Businessthemen
Auf einer ebenso simplen wie genialen Geschäftsidee basiert das Ende Oktober 2009 online gegangene Content-Portal Spudaroo.com.
Es stellt die Verbindung zwischen Textern und Auftraggebern her.
Die Gründerin Kate Hiscox, die schon das erfolgreiche Portal TinyMassive.com betreibt, welches Preisvergleiche, Produkttests und Bewertungen von Verbrauchern veröffentlicht, wollte damit ein Angebot ermöglichen, das sie laut eigener Aussage selber gerne nutzen würde. Immer wieder hätte sie in den Anfangszeiten ihrer Unternehmensgründung die Erfahrung gemacht, dass die Qualität von Texten oder Businessplänen, die sie als Auftrag an Dritte vergeben hatte, nicht ihren Anforderungen entsprachen und mühsam überarbeitet werden mussten.
Das kostete Zeit und Nerven, die sie nicht länger investieren wollte. Allerdings war es nicht möglich, einen Auftrag sozusagen testweise an diverse Texter zu vergeben, um sich dann den qualitativ besten Text auswählen zu können.
Und genau hier greift die kanadische Geschäftsidee:
Ein Unternehmen oder eine Privatperson benötigt einen Blog-Content, eine Pressemitteilung, einen Businessplan oder einfach nur eine gutgeschriebene Hochzeitsrede. Man veröffentlicht auf dem Content-Portal die genauen Anforderungen, die an den Text gestellt werden, versehen mit allen für das Erstellen nötigen Hintergrundinformationen, wie etwa die exakte Zielgruppe, und lädt eventuell hilfreiches Material gleich mit hoch. Dann gibt man zusätzlich an, wie hoch das veranschlagte Budget ist, also was man für den fertigen Text ausgeben möchte. Je nach Art des Auftrags und den Anforderungen sind die Preise gestaffelt, die preiswertesten Texte wie kurze Blog-Einträge sind schon ab 75,- US-Dollar zu bekommen. für einen Businessplan oder Benutzerhandbücher fangen die Entgelte bei 750,- US-Dollar an.
Die registrierten Autoren durchstöbern die Aufträge, die zur Vereinfachung der Suche in Kategorien wie etwa Pressemitteilung, Social Media Veröffentlichung, Marktanalyse oder Bedienungsanleitung unterteilt sind, entscheiden sich für einen, der ihnen zusagt und machen ein Text-Angebot.
Der Auftraggeber erhält im besten Fall nach Ablauf der Auftragsfrist diverse Angebote und kann nun seinerseits den Autor beauftragen, dessen Text ihm am meisten zusagt.
Spudaroo übernimmt die Bezahlung des Autors sowie die Übertragung eventueller Urheberrechte an den Auftraggeber.
Klingt auf den ersten Blick vielleicht wie eine Version von MyHammer.de für Texter. Aber im Gegensatz zu diesem Dienstleistungsportal, wo der zuverlässigste Handwerker mit dem niedrigsten Preis den Zuschlag für einen Auftrag erhält, ist beim Content-Portal Spudaroo.com einzig die Qualität entscheidend für die Auftragsvergabe.
Ähnliche Angebote gibt es auch für den deutschsprachigen Raum, doch auf Seiten wie etwa Textbroker.de werden Aufträge jeweils nur an einen Texter vergeben und der Auftraggeber entscheidet nach dem Eingang des Textes, ob er ihn in dieser Form annehmen oder ihn überarbeitet haben möchte.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Durch das Crowdsourcing, also das Auslagern einer Leistung, die im eigenen Unternehmen nicht erbracht werden kann, erreicht man nicht nur einen einzigen Auftragnehmer, sondern zeitgleich eine Vielzahl, da man gewissermaßen den Auftrag öffentlich ausschreibt. Und die Autoren befinden sich untereinander in einem Konkurrenzkampf um die Aufträge, werden also ihr Bestes geben und so kreativ und schnell wie möglich arbeiten. Gerade dieser Wettkampf um die lukrativsten Aufträge, den nur der Beste gewinnt, macht die Einzigartigkeit dieser Geschäftsidee aus.
Sollte ein Auftrag mit vertraulichen Informationen verbunden sein, besteht die Möglichkeit, diese erst nach einem ersten Kontakt mit dem Autor und einer Zusicherung der Geheimhaltung herauszugeben.
Spudaroo bietet eine denkbar einfache Benutzeroberfläche, und die Registrierung verläuft simpel und problemlos.
Ähnlich wie bei eBay kann man sein Gesuch zusätzlich farblich hervorheben oder auf der Angebotsseite weiter oben platzieren, wodurch allerdings zusätzliche Kosten entstehen.
Für die Autoren entstehen keinerlei Kosten, allerdings ist das Angebot für Auftraggeber nicht ganz billig.
Für jede eingestellte Anfrage sind 29.95 US-Dollar Gebühr sowie eine Bearbeitungsgebühr von 10% des Auftragswertes (maximal 30,- US-Dollar) zu entrichten, und zwar die komplette Summe bereits bei Einstellung des Projekts. Für einen kurzen Blog-Text, für den man bereit ist, 75,- US-Dollar zu bezahlen, sind dann sofort 112,45 US-Dollar zu entrichten. Ohne allerdings die Garantie zu haben, dass später unter den eingereichten Textvorschlägen auch der Eine ist, der einem zusagt und die Erwartungen erfüllt.
Content für jeden Bedarf
Die Bandbreite der Zielgruppe, an die sich dieses Content-Portal richtet, ist beträchtlich. Sie reicht von der Privatperson, die sich einen Brief oder eine Rede schreiben lassen möchte, über kleinere Startup-Unternehmen, die Unterstützung bei der PR-Kampagne benötigen, bis hin zum ausgefeilten Finanzplan für Firmen.
Auch für den deutschsprachigen Markt ist diese Geschäftsidee attraktiv. Denn im Gegensatz zum Outsourcing, bei dem Bereiche, Aufgaben oder Mitarbeiter aus einem Unternehmen heraus verlagert werden, hat man beim Crowdsourcing Zugriff auf ein ganzes Heer von freiwilligen Workern, die ihre Dienste anbieten - zumal meistens zu unschlagbar günstigen Preisen.
Immer mehr Firmen wollen sich zudem nicht mehr eine eigene Abteilung für Werbung oder Finanzplanung leisten, da sie entweder nicht ausgelastet oder schlichtweg zu teuer wäre. Und gerade für junge Startup-Unternehmen ist diese Form der Vertragsvergabe ideal.
Noch scheint das Projekt allerdings in den Kinderschuhen zu stecken: An einem zufällig ausgewählten Montag Anfang Dezember 2009 standen gerade einmal vier Projekte für die Autoren zur Auswahl. Warten wirs ab!
Kontakt: http://www.spudaroo.com/
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