Statist - Der andere Weg ins Showbusiness
„Mami, was sind denn Statisten?" „Statisten? Das sind Leute, die nur herumstehen und nichts zu sagen haben." - „Aber Mami, das wäre doch etwas für Papi!"
Wer über diesen Witz nicht wenigstens schmunzeln kann ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für die Statisterie geeignet. Denn eines dürfen Statisten, Komparsen oder Kleindarsteller auf keinen Fall: sich selbst zu wichtig nehmen.
Statisten werden bei Film und Fernsehen, aber auch im Theater eingesetzt, um eine lebendige Kulisse oder eine Hintergrundhandlung für das eigentliche Geschehen zu schaffen. Dabei spielt der einzelne Statist seine Rolle individuell und glaubwürdig, darf sich aber nicht zu sehr von der Gruppe abheben. Erhält er vom Regisseur die ausdrückliche Anweisung es doch zu tun, dann ist er zum Komparsen aufgestiegen. Hat er dabei gar einen Text zu sagen, darf er sich ab sofort als Kleindarsteller fühlen. Darüber kommen dann nur noch die professionellen Schauspieler. Von diesen hat er sich jedoch am Set oder auf der Theaterprobe fernzuhalten, auch wenn die Gelegenheit, ein Autogramm zu ergattern, gerade besonders günstig erscheint. Um dem vorzubeugen sind sowohl die Aufenthaltsbereiche in den Pausen als auch das Catering für Schauspieler und Statisten strikt getrennt.
Der Weg zum Erfolg
Der Einstieg in die Statisterie läuft über eine aussagekräftige Bewerbung. Zwei Portraitfotos und ein Ganzkörperfoto gehören auf jeden Fall dazu. Außerdem gehört auch eine Vita dazu, auf der Sie vor allem Ihre branchenspezifischen Erfahrungen erläutern. Haben Sie besondere Fähigkeiten wie Singen, Jonglieren oder beherrschen Sie eine Sportart besonders gut, sollten Sie das ebenfalls angeben. Die Bewerbungsunterlagen verschicken Sie an Casting-Agenturen für Statisten, Komparsen und Kleindarsteller - nicht an Agenturen für Schauspieler, dort landen sie im Papierkorb! Tragen Sie sich in die zahlreichen Casting-Datenbanken im Internet ein, beispielsweise bei www.casting-web.de .
Leben Sie in einer Stadt wie München, Berlin, Hamburg oder Köln, in der viel gedreht und produziert wird, werden die ersten Anfragen nicht lange auf sich warten lassen.
Der angebotene Stundenlohn ist zwar meist nicht besonders hoch, aber bedenken Sie, dass Sie durch die vielen Wartezeiten eine Menge Stunden zusammenbekommen. Zudem erhalten Sie kostenloses Catering. Manchmal kommen Anfragen sehr kurzfristig; wenn Sie hier flexibel sind stehen Sie schnell ganz oben auf den Listen der Casting-Agenturen.
An ihrem ersten Dreh- oder Probentag gilt vor allem eines: Seien Sie pünktlich, zuverlässig und bleiben Sie ruhig, auch wenn andere die Nerven verlieren. Die darstellerischen Aufgaben, die von Ihnen verlangt werden, sind meistens nicht übermäßig anspruchsvoll. Als Statist verbringt man am Filmset oder im Theater die meiste Zeit mit Warten. Vermeiden sollten Sie in dieser Zeit folgendes: das Cateringbuffet vollständig zu plündern, den Regisseur oder andere Mitarbeiter ständig mit Fragen zu nerven oder permanent laut lustige Geschichten zu erzählen. Nehmen Sie sich also eine Beschäftigung mit. Am besten empfiehlt man sich für künftige Arbeiten, indem man ruhig und zuverlässig seinen Job macht.
Nie verkehrt ist es, sich vorab über die Branche kundig zu machen. Veronika Strubel beschreibt in ihrem Buch „Komm zum Film - Vom Statist zum Star" unterhaltsam und realitätsnah den Weg von den ersten Bewerbungen bis hin zu anspruchsvolleren Aufgaben und erklärt dabei auch den für das Verständnis am Set so wichtigen Fachjargon der Film- und Fernsehleute. Informationen aus erster Hand erhält man außerdem auf der Seite des erfahrenen Statisten Thomas Nürnberger www.thomas-numberger.de , der auch die kritischen Aspekte dieser Branche anspricht.
Abschließend kann man sagen, dass Statist sicher nicht der Job ist, mit dem man reich und berühmt wird. Aber man kann sich hier mit verhältnismäßig wenig Aufwand ein Nebeneinkommen verschaffen, aus dem bei entsprechendem Einsatz durchaus mehr werden kann.
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